Schrecken und Segen - Die Diagnose

''Die Diagnose ist die bewertende Zusammenfassung der Symptome und Befunde eines Patienten, die in der Feststellung und Benennung der zugrundeliegenden Krankheit gipfelt''

 

 

Hallo!

Ich bin Florian Schefenacker und Heilpraktiker für Psychotherapie in Augsburg.

Bevor ich gleich loslege, bitte ich die sich angesprochen fühlenden Personen um Verzeihung. Ich habe aufgrund besserer
Lesbarkeit auf geschlechtliche Angleichungen wie /*in/*ix verzichtet.

 

Heute soll es hier im Blog um folgendes Thema gehen:

Alles das Gleiche - Psychologische Beratung, Psychotherapie und Psychiatrie

 

In den letzten beiden Blogeinträgen haben wir uns den Themen Psychotherapie, psychologische Beratung und Psychiatrie genähert.
Heute möchte ich über den Begriff schreiben, der für viele ein Graus ist: Die Diagnose.

Zunächst aber brauchen wir natürlich eine Definition. Der Arzt Georg v. Westphalen schreibt „Die Diagnose ist die bewertende
Zusammenfassung der Symptome und Befunde eines Patienten, die in der Feststellung und Benennung der zugrundeliegenden
Krankheit gipfelt.“[1] Es geht also darum die erlangten Kenntnisse zusammenzutragen und ihnen einen Namen zu geben. Eine
Diagnose ist damit die Feststellung des aktuellen Zustandes. Mehr ist das erstmal nicht.

Für den Betroffenen ist eine Diagnose natürlich oftmals mehr als die Feststellung des Ist-Zustandes. Sie kann eine Belastung,
aber auch eine Befreiung sein.

Wenn die Diagnose im körperlichen Bereich schwer ausfällt - lassen Sie uns hier die Leukämien als Beispiel nehmen, die im
Jahr 2016 13.900 Erkrankungen aufwiesen.[2] – ist das ein Schlag. Er belastet die Psyche enorm. Fragen treiben einen um: Warum ich?
Was wird aus mir? Werde ich überleben? Wie erkläre ich das meiner Familie? Was wird aus den Kindern? Auch Emotionen wie Kummer,
Angst und Wut treiben einen womöglich um.

Es ist eine möglicherweise die Existenz bedrohende Situation, mit der man vorher nicht gerechnet hat. Man spricht oftmals von einem
sogenannten „Life-Event“, also einem Ereignis, welches eine „[…] für die Person herausragende emotionale Bedeutung […]“[3] hat. Eine
solche Nachricht kann für manch einen Menschen sogar zum Trauma werden. Hierunter versteht man „[…] ein belastendes Ereignis oder eine
Situation, die von der betreffenden Person nicht bewältigt und verarbeitet werden kann.“[4]
Hier wird häufig Unterstützung durch eine
Psychotherapie oder psychologische Beratung notwendig.

Bei einer Diagnose im rein psychischen Setting können ebenfalls Gedanken eher unangenehmer Natur aufkommen: „Ich bin doch nicht verrückt!“
„Ich geh nicht in die Anstalt!“ „Wenn das meine Familie oder Freunde mitbekommen!“ „Was wird mein Chef sagen?“ „Kann ich meinen Job behalten?“

Also sind auch hier zum Teil sehr existentielle Bereiche betroffen. Das alles sind mögliche unangenehme Folgen und Gedanken zu einer Diagnose.

 

 


 

 

 

Fällt es einem nicht so leicht mit einer solchen Situation umzugehen, so empfiehlt es sich tatsächlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ziel ist es, die Klippen gut zu umschiffen und keine psychischen Störungen oder Probleme zu riskieren. Man spricht davon, negative Ereignisse
zu integrieren. Es geht mir dabei nicht darum, Angst vor einer schwierigen Situation zu schüren, sondern ich möchte darauf hinweisen, dass man
sich und auch anderen präventiv Leid ersparen kann. Ich finde es erleichternd zu wissen, dass ich mir in stark belastenden Situationen professionelle
Hilfe und ein offenes Ohr holen kann. Allein das Sprechen über eine solche Diagnose und die zugehörigen Gedanken können entlasten. Manchmal tut
hier auch das Gespräch mit einem guten Freund gut.

Nach möglichen negativen Gedanken und Emotionen zu Diagnosen, sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass eine Diagnose immer neutral und nie
schlecht oder gut ist. Das, was wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben damit zu verbinden lässt in uns Gedanken aufkommen, die zu solchen,
möglicherweise negativen, Reaktionen führen.

Das Gute an einer Diagnose ist, dass sie in vielen Fällen Möglichkeiten eröffnet. Sie beschreibt ein gewisses Krankheitsbild. Im Falle vieler Diagnosen hat
die Forschung im Laufe der Zeit Behandlungsrichtlinien entworfen, die durch den Behandler individuell angepasst, häufig Chancen auf Heilung, oder
zumindest auf erträgliche Linderung in Aussicht stellen.

Eine Diagnose ist also notwendig, wenn man eine Krankheit zielgerichtet behandeln will.

 

Kurzes Zwischenfazit:

Eine Diagnose ist die Zusammenfassung und die Bewertung der Befunde und Symptome einer Person. Sie ist nicht negativ oder positiv.
Die zugehörigen Emotionen entstehen in der diagnostizierten Person selbst und sind häufig Folge negativer Assoziationen und Erinnerungen
im Zusammenhang mit dem Begriff „Diagnose“. Die Diagnose schafft die Voraussetzung für eine planvolle und zielgerichtete Behandlung.

Um zu meinem Tätigkeitsgebiet, der Psyche, zurückzukehren. ich sehe die Diagnostik als sehr wichtig an. Es wird eindeutiger, mit was man es
zu tun hat. Die Situation wird aber auch normalisiert, schließlich bedeutet eine Diagnose auch, dass ein solches Krankheits- oder Störungsbild schon
einmal aufgetreten ist. Sprich, man ist nicht allein.

 

Wenn Ihnen das Thema „Diagnose“ nun noch immer Kummer bereitet, könnten Sie sich doch vielleicht folgendes vor Augen führen:

Vieles von dem, was diagnostiziert werden kann, kann auch behandelt werden. Weiß man nicht, um was es sich handelt, kann man
nur Symptome behandeln.

 

Stellen Sie sich mal vor, Sie bitten jemanden um Hilfe und können nicht sagen bei was. Der Helfende wird irgendetwas tun. Ob es wirklich eine
Hilfe ist, ist aber nicht klar. Sagen Sie aber zu einem Freund „Hilf mir mal den Tisch decken.“ So wird er beim Tischdecken helfen und nicht den
Keller aufräumen. Das wäre vielleicht auch mal nötig, aber erst wollen Sie vielleicht was auf dem Tisch essen.

Es kann also durchaus von Nutzen sein, wenn ein Bedarf benannt – diagnostiziert - werden kann.

Es ist also unsere eigene Bewertung, die etwas gut, oder schlecht erscheinen lässt. Auch eine Diagnose. Damit ist die Bewertung des Objektes
Diagnose also wieder bei Ihnen: Fluch oder Segen.

 

 

 

 

Seien Sie gut zu sich und bleiben Sie in jeder Hinsicht gesund!

 

 

   

Herzlichst

Florian Schefenacker

 

[1] https://flexikon.doccheck.com/de/Diagnose [Zugriff: 15.04.2020 14:09]

[2] https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/risikofaktoren.php [Zugriff: 15.04.2020 14:28]

[3] https://portal.hogrefe.com/dorsch/life-event-forschung-1/ [Zugriff: 25.05.2020 14:21]

[4] https://www.deutsche-traumastiftung.de/traumata/ [zugriff: 25.05.2020 14:25]

 

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