Alles das Gleiche - Psychologische Beratung, Psychotherapie und Psychiatrie

''Sicherlich sind diese Themen verwandt. Sie haben bestimmt sogar sehr große Schnittmengen, oder
sind teil voneinander. Wären sie aber ein...''

 

 

Hallo!

Ich bin Florian Schefenacker und Heilpraktiker für Psychotherapie in Augsburg.

Bevor ich gleich loslege, bitte ich die sich angesprochen fühlenden Personen um Verzeihung. Ich habe aufgrund besserer
Lesbarkeit auf geschlechtliche Angleichungen wie /*in/*ix verzichtet.

 

Heute soll es hier im Blog um folgendes Thema gehen:

Alles das Gleiche - Psychologische Beratung, Psychotherapie und Psychiatrie

 

Sicherlich sind diese Themen verwandt. Sie haben bestimmt sogar sehr große Schnittmengen, oder
sind teil voneinander. Wären sie aber ein und dieselbe Sache, hätten sie auch nur einen Namen.
Lassen Sie uns das Ganze etwas entwirren.
Ich möchte gerne mit dem Begriff der Beratung beginnen.
Nach Nußbeck dient die Beratung „ […]neben der Vermittlung von Informationen der Verbesserung
der Selbststeuerung und dem Aufbau von Handlungskompetenzen, der Orientierung und
Entscheidungshilfe, der Hilfe bei der Bewältigung von Krisen.“[1]

Es geht folglich darum, dass der Berater einem hilft, sich selbst zu helfen. Ein Berater löst einem also
keine Probleme mit dem gemeinen Chef und er sagt einem auch nicht wie man sich nach der
Trennung zu verhalten hat.

Man möchte meinen, dass es ja dann keinen Grund gäbe eine Beratung in Anspruch zu nehmen,
wenn einem in der meistens nicht günstigen Beratung kein konkreter Ausweg oder keine konkrete
Lösung vermittelt wird.

Es gibt etwas Besseres, das einem auch nach dem obigen Anhalt eine gute Beratung durch eine
Fachperson vermittelt: Es wird dahin gearbeitet, dass man sein Problem selbst lösen kann. Dadurch
erfährt man gleichzeitig auch eine Steigerung des Selbstwertes, da man sich selbst als fähig und
kompetent und in der Lage zu Handeln wahrnimmt. So entwickelt also der Klient die Lösung, um mit
seinem gemeinen Chef klar zu kommen. In der Beratung erhält man die wertvolle Hilfe zur
Selbsthilfe.

Ratschläge gibt es hier weniger, sondern eher Fragen. Da Ratschläge eben auch Schläge sind
bekommt man die dort, wo man nicht bezahlt. Außer man fragt danach, dann vielleicht auch dort.

Sie werden jetzt vielleicht denken, dass das bei Beratung ja schon ziemlich nach Therapie klingt: Der
Berater fragt einem ein Loch in den Bauch, oder grunzt sein „Mhm“ und „Aha“ in den Raum und auf
die Lösung muss man auch noch selbst kommen.
Die Ähnlichkeit besteht darin, dass sich viele Ansätze in der Beratung an therapeutischen Methoden
orientieren und sich dort auch bedienen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn man die in der
Beratung tätigen Menschen auch häufig als Akteure in der Psychotherapie findet: Heilpraktiker für
Psychotherapie, Ärzte, Psychologen, Pädagogen und noch Weitere.[2]

Im Unterschied zur psychologischen Beratung setzt sich die Psychotherapie mit der „ […] Behandlung
psychisch kranker Menschen mit Mitteln wie Gesprächen oder übenden Verfahren.“[3]
auseinander.
Wie oben geschrieben ist die Schnittmenge der Akteure zwischen Beratung und Therapie sehr hoch,
da ähnliche oder gleiche Methoden zur Nutzung kommen.

 


 

 psychologische_Beratung

 



Bei Akteuren, die therapeutisch tätig werden dürfen (z. B. Ärzte, Psychotherapeuten und
Heilpraktiker für Psychotherapie) mussten allerdings Prüfungen und teilweise auch akademische
Studien nachgewiesen werden.
An Fällen mit Krankheitscharakter darf also nur ein Arzt, psychologischer Psychotherapeut oder
Heilpraktiker (für Psychotherapie) arbeiten. Gleichwohl darf ein Berater trotzdem eine solche Person
betreuen und begleiten. Er darf nur nicht die Krankheit behandeln.
Im Rahmen einer Psychotherapie kann aber neben der eigentlichen Krankheit auch an den
auftretenden Begleitproblemen gearbeitet werden. Hier wird also auch als Teil des therapeutischen
Prozesses die Hilfe zur Selbsthilfe und das Finden der Selbstwirksamkeit als große Ressource genutzt.

 

Kurzes Zwischenfazit:
Psychologische Beratung kümmert sich um die Probleme des Klienten, Psychotherapie kümmert sich
um die Probleme des Klienten und die möglicherweise notwendige Therapie psychischer Störungen.
Gleichwohl ist der Übergang zwischen Beratung und Therapie manchmal fließend. Kann eine
psychische Erkrankung diagnostiziert werden, so darf der Berater diese nicht behandeln und muss
den Klienten zur Behandlung weiterverweisen.

Machen wir noch einen Schritt weiter: Die Psychiatrie. Viele haben wohl bei Psychiatrie ein Bild vor
dem inneren Auge: Ein großer, düsteres, verwinkelter ehemaliges Herrenhaus mit Erkern und
Türmchen. Es strahlt förmlich Krankheit und Schlechtes aus. Sinnbildlich regnet es immer und ständig
zucken Blitze über den ewig nachtschwarzen Himmel.

Ganz so ist es aber dann doch nicht. Gelegentlichen Gewittern kann sich hier wohl kein Gebäude
entziehen und manchmal ist es auch Nacht. Ansonsten lassen wir dieses Bild doch in diversen Filmen
und Comics.

Sind wir froh, dass es die Psychiatrie gibt. Die Psychiatrie ist nicht mal ein Gebäude, sie ist eine
wichtige Disziplin der Medizin. Ohne sie gäbe es vielleicht weder die Psychotherapie noch die
psychologische Beratung, wie wir sie kennen. Manfred Spitzer schreibt dazu: „Die Psychiatrie (E
psychiatry; von griech. psyche = Hauch, Seele; iatros = Arzt) ist das Fachgebiet der Medizin, das mit
den Erkrankungen der Seele befaßt ist; der Psychiater ist nach mehrjähriger Weiterbildung ein
Facharzt, wie etwa der Chirurg oder Internist.“[4]

Hierbei geht es folglich nicht mehr „nur“ um die Begleitung bei Problemen, oder die Therapie von
Krankheiten, sondern auch um deren Erforschung. Sie umfasst also alles bisher Beschriebene und
widmet sich zusätzlich noch Lehre und Forschung, beispielsweise auch an Universitätskliniken. Neben
der Behandlung ist der „[…] Mittelpunkt des Fachs […] Erkrankungen des zentralen Nervensystems,
bei denen psychische Symptomatik im Vordergrund der Störung steht.“[5]
Hier wird also auch gezielt
an der Schnittstelle zwischen Körper und Geist geforscht und gearbeitet beziehungsweise therapiert.
Um nochmal das Bild von der finsteren Horrorklinik zu bemühen: Dort sitzen nicht unbedingt
Personen wie ständig lachende und grinsende Comicschurken und wollen die Welt im Chaos sehen.
Sondern eher ganz normale Menschen, die eine Krankheit haben.

Psychiatrische Kliniken oder Abteilungen sind Krankenhäuser, wie andere nur mit anderer
Spezialisierung. Ohne sie könnte vielen Menschen nicht geholfen werden. Ich meine damit nicht nur
schwere Verläufe paranoider Schizophrenie, sondern auch Krankheitsbilder wie schwere depressive
Episoden, Suchtkrankheiten, oder schwere Traumatisierungen durch Krieg, Unfälle und
Gewaltverbrechen.

Um jetzt einen Deckel drauf zu machen: Die Psychiatrie vereint Forschung, Lehre und natürlich auch
die Praxis bei der Behandlung psychischer Störungen, wie Psychotherapie und auch psychologische
Beratung.

Sie ist damit essentiell für die Weiterentwicklung dieses medizinischen Fachgebietes. Da wir froh sein
sollten, solche Einrichtungen zu haben, sollten Begriffe wie „Klapse“, „Funnyfarm“, „Mackendoktor“
oder „Seelenklempner“ vermieden werden. Sie sind stigmatisierend und allen in diesem
Tätigkeitsfeld gegenüber in hohem Maße despektierlich.

 

Seien Sie gut zu sich und bleiben Sie in jeder Hinsicht gesund!

 

 

   

Herzlichst

Florian Schefenacker

 

[1] Nußbeck, S. (2006): Einführung in die Beratungspsychologie; Ernst Reinhardt, GmbH & Co KG, Verlag, München (S. 21)

[2] https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/angst-1/ [Zugriff: 17.04.2020 11:34]

[3] Vgl. https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/angst/641 [Zugriff 26.04.2020 11:30]

[4] Vgl. Zimbardo, P. / Gerrig, R. (2004): Psychologie 16., aktualisierte Auflage; Pearson Studium; München (S. 562)

[5] Vgl. Goscinny, R. / Uderzo, A. (1994): Großer Asterix-Band IX Asterix und die Normannen; Delta Verlagsgesellschaft mbh, Stuttgart

[6] Vgl. Schäfer, A. (2019): Mut zur Angst, in Psychologie Heute, November 2019, Heft 11, 46. Jahrgang; Julius Beltz GmbH & Co. KG, Weinheim

 

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